„Du musst das Leben nicht verstehen, dann wird es werden wie ein Fest „
Ein Rainer Maria Rilke Abend  in Sprache und Musik mit Madeleine Milojcic, Rezitation, und Kewen Wang, Klavier

„Ich lerne sehen. Ich weiß nicht, woran es liegt, es geht alles tiefer in mich ein und bleibt nicht an der Stelle stehen, wo es sonst immer zu Ende war …“

Rainer Maria Rilkes Texte öffnen Räume: für innere Bilder, Erinnerungen und jene Augenblicke, in denen Sprache über sich selbst hinausweist.

„Musik: Atem der Statuen. Vielleicht:
Stille der Bilder. Du Sprache, wo Sprachen enden. 
Du Zeit, die senkrecht steht auf der Richtung vergehender Herzen …“

Für diesen besonderen Abend hat Madeleine Milojcic Texte aus Rilkes Romanwerk und ausgewählte Gedichte zu einer eindringlichen literarischen Reise zusammengestellt. Die Pianistin Kewen Wang verbindet sie feinfühlig mit Kompositionen von Ludwig van Beethoven, Robert Schumann und Nikolai Medtner.

Wort und Musik treten dabei in einen lebendigen Dialog. Gedanken, Stimmungen und Bilder werden aufgenommen, verwandelt und weitergetragen. Ein Zuhörer beschrieb dieses Zusammenspiel so:

„Die Musik legt sich wie Samt um die Texte – die entstandenen Bilder im Kopf werden durch die Musik weitergetragen.“

Einen eigenständigen Höhepunkt des Abends bildet das Melodram „Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke“ in der Vertonung des jüdischen Komponisten Viktor Ullmann aus dem Jahr 1944.

„Reiten, reiten, reiten,
durch den Tag, durch die Nacht, durch den Tag …“

Ein Abend über Liebe und Tod, Vergänglichkeit und Erinnerung – und über die besondere Kraft, die entsteht, wenn Dichtung und Musik einander begegnen.

Die Künstlerinnen

Madeleine Milojcic, Kölnerin mit bayerisch-siebenbürgisch-ungarischen Wurzeln, liebt es, literarische Texte auf die Bühne zu bringen, mit Musik zu verbinden und durch ihr feines Gespür für Sprache auf unverwechselbare Weise erlebbar zu machen.
„Ohne aufgesetzte Ehrfurcht übersetzt sie in ihren lakonisch-lässigen Rezitationen literarische Virtuosität in ein höchst unterhaltsames Stimmentheater“, schrieb der Literaturkritiker Hajo Steinert über einen ihrer Auftritte im Kölner Bauturm Theater. Ihre Lesungen zeichnen sich nicht zuletzt durch ihren tiefsinnigen Humor aus.

Kewen Wang, 1998 in China geboren, studierte Klavier und Liedgestaltung in Hamburg, Köln und Mainz bei renommierten Lehrenden. Derzeit setzt sie ihre Ausbildung in den Konzertexamensstudiengängen Soloklavier und Liedgestaltung fort. Als vielfach ausgezeichnete Pianistin und Kammermusikerin konzertiert sie international. Auftritte führten sie bereits zu bedeutenden Festivals und in renommierte Konzertsäle in Deutschland, China und Spanien.