Nachbericht Matinee im Herrenhaus vom 31. August 2014

Gitarre, Blockflöte und 7 Harfen begeisterten das Pulheimer Publikum

Unter dem Titel „Klangwelten Harfen und Gitarre“ veranstaltete der Förderverein Rittergut Orr e.V. seine erste Matinee im Herrenhaus in Pulheim-Orr. Das Interesse der Pulheimer war überwältigend. Über 270 interessierte Zuhörer wollten an dem ersten öffentlichen Event teilhaben. Leider mussten die zuletzt kommenden Besucher auf die nächste Matinee vertröstet werden.
Ein großer Dank gilt der Familie Schröder, die diese Veranstaltung erst durch die großzügige Erlaubnis zur Nutzung von Parkflächen auf dem Heinenhof ermöglichten.

Es wurde ein Programm mit hochbegabten jungen Künstlern geboten. Dina Grossmann und Philipp Fehler, die beide an der Kölner Musikhochschule ihr Examen gemacht haben, zeigten, wie die seltene Instrumentierung mit Blockflöte und Gitarre hervorragend in einen solchen kammermusikalischen Rahmen passt. Die beiden Werke aus Barock (CPE Bach) und Moderne (Jacques Ibert) gaben einen Einblick in die Zeitalter, in denen die Blockflöte als vollwertiges Instrument wertgeschätzt wurde. Dina Grossmann präsentierte die Musik virtuos und abwechslungsreich auf zwei verschiedenen Instrumenten, einer Alt- und einer Sopraninoflöte.

In der sich anschließenden „Fantasy for Guitar“ von Malcolm Arnold kamen sehr unterschiedliche Klangeffekte zur Geltung, die Philipp Fehler differenziert und feinfühlig ertönen ließ. Der junge Gitarrist widmet sich nicht nur dem vorhandenen Repertoire für klassische Gitarre, sondern er trug auch ein eigenes Arrangement der zweiten Violinsonate von Eugène Ysaÿe vor. Das Publikum dankte es ihm mit großem Applaus.

Das junge Harfenensemble unter der Leitung von Ursula Roleff-Lenders gestaltete den zweiten Teil der Matinee.

Die sieben Musikerinnen füllten den Raum mit Klängen aus unterschiedlichen Epochen und Ländern. Neben einigen bekannten Stücken wie „Carmen“ von Bizet und Griegs „aus der Halle des Bergkönigs“ hat das Ensemble auch Raritäten ausgegraben. Darunter sind die „Pastelle“ für Harfenduo von Richard Rudolf Klein besonders hervorzuheben. „Antike Bildsäule“ (Lina Falkenberg & Ellen Giebel) und „Melusine“ (Mareike Bäcker & Gina Dome) gaben einen Eindruck, wie melodisch zeitgenössische Kompositionen klingen können.

Charlotte Ponzelar bereitete in ihrem einfühlsamen Solo, dem „Sweet Blues“ von Bernard Andrès den krönenden Abschluss vor. Mit dem Jazz-artigen Stück „Port au Prince“ vom gleichen Komponisten stellte das Harfenensemble eine große ganze Bandbreite möglicher Effekte auf ihren Instrumenten vor. Nach heftigem Applaus bedankten sich die sieben Musikerinnen mit dem Tango „La Cumparsita“ bei den begeisterten Zuhörern.

Die nächsten öffentlichen Termine auf Rittergut Orr:

14. September: Tag des offenen Denkmals mit Führungen durch Park und Herrenhaus

28. September: Matinee im Herrenhaus unter dem Motto „Streicher setzen Akzente“

Raimund Hegewald